Grußworte

Grußwort des Schirmherren | Prof. Dr. Norbert Lammert (Bundestagspräsident a.D.)

Franz Schubert hätte sich gewiss gefreut, aber doch sehr gewundert, wenn er zu seinen Lebzeiten die persönliche Anerkennung und musikhistorische Bedeutung erfahren hätte, die er heute zweifellos genießt.
Dass eines der weltweit wichtigsten Schubert-Festivals inzwischen seit mehr als dreißig Jahren im Ruhrgebiet stattfindet und damit in einer Region, die damals weder als Industriestandort wahrgenommen wurde noch als europäische Kulturmetropole, gehört zu den schönsten Komplimenten, die man den Initiatoren und Teilnehmern des Internationalen Schubert-Wettbewerbs machen kann, der jedes zweite Jahr abwechselnd in den Sparten Klavier und Lied/Duo ausgerichtet wird, ergänzt durch ein kleines und feines Schubert-Fest in den wettbewerbsfreien Jahren. Längst hat dieser Wettbewerb Weltniveau erreicht, was nicht zuletzt
in den beachtlichen Teilnehmerzahlen zum Ausdruck kommt und in den internationalen Karrieren, die seine Preisträger gemacht haben. In diesem Jahr haben sich 83 Duos beworben, von denen eine prominent besetzte Jury 44 nach Dortmund eingeladen hat. Die unvermeidliche zahlenmäßige Begrenzung gilt für das interessierte Publikum glücklicherweise nicht. Allen Musikliebhabern und Freunden des Kunstlieds möchte ich deshalb die öffentlichen Veranstaltungen, insbesondere die Preisverleihung und das Preisträgerkonzert am 30. September mit Nachdruck empfehlen.

 

Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Dortmund | Ullrich Sierau

Zum diesjährigen Internationalen Schubert-Wettbewerb LiedDuo begrüße ich die Jury, die internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und das Publikum sehr herzlich.
Seit mehr als 30 Jahren gehört der Schubert-Wettbewerb zum festen Repertoire im jährlichen Kulturkalender Dortmunds. Er richtet sich an junge, hochbegabte Musikerinnen und Musiker und wird weltweit als unverzichtbarer Bestandteil des Musiklebens angesehen. Zusammen mit dem Schubert-Wettbewerb „Klavier“ findet der Wettbewerb in der Musikwelt Lob und Anerkennung und zählt zu den Musikereignissen, die den Ruf Dortmunds als Musikstadt weit über die Stadtgrenzen hinaus tragen.
Musik verbindet die Menschen über alle Sprachen, Traditionen und Religionen hinweg. Die wunderbare Fähigkeit der Musik, Grenzen zu überwinden und musikalische Brücken zu Menschen aller Kulturen und Nationen zu schlagen, stellt der Internationale Schubert-Wettbewerb bereits seit 1987 unter Beweis. Es lockt mit seinen hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher in unsere Stadt. In diesem Jahr wird der Wettbewerb im Bereich LiedDuo zum dritten Mal in Dortmund ausgetragen und verzeichnet mit 166 Bewerberinnen und Bewerbern einen Anmelderekord.

Nach der Vorauswahl durch die Jury erwarten uns 44 hochkarätige Duos. Die jungen und äußerst begabten Pianistinnen, Pianisten, Sängerinnen und Sänger stammen aus insgesamt 24 Nationen. Durch die Unterbringung bei Dortmunder Gasteltern entstehen oftmals dauerhafte Verbindungen, die einen ganz persönlichen, wertvollen Beitrag zur Völkerverständigung leisten und den interkulturellen Dialog stärken.

Der Schubert-Wettbewerb stellt einen weiteren Glanzpunkt des reichen kulturellen Lebens in Dortmund dar. Mit dem Konzerthaus, dem Orchesterzentrum, der Chorakademie, dem Festival Klangvokal, dem Fest der Chöre und den City-Ring-Konzerten haben sich viele Formate und Spielstätten in Dortmund etabliert und genießen ebenfalls ein national und international sehr gutes Ansehen.

Natürlich sind kompetente und finanzkräftige Partner nötig, um solch hochklassige Wettbewerbe durchführen zu können. Mein herzlicher Dank gilt allen, die in den unterschiedlichen Bereichen zum Gelingen dieses Wettbewerbs beitragen. Ausdrücklich bedanke ich mich bei den vielen großzügigen Sponsoren, ohne die dieser wunderbare Wettbewerb gar nicht möglich wäre. Ebenfalls danke ich der international besetzten Jury. Sie wird in den nächsten Tagen die schwierige Aufgabe haben, unter den vielen hochkarätigen Beiträgen die ersten Preisträgerinnen und Preisträger zu ermitteln. Den Künstlerinnen und Künstlern wünsche ich viel Erfolg – auch für ihre zukünftige Karriere, zu der der international hochangesehene Schubert-Wettbewerb vielleicht beitragen wird. Sie alle werden – da bin ich mir sicher – das Publikum mit ihrer Musik auf höchstem Niveau erfreuen.

Mit musikalischen Grüßen

Grußwort der World Federation of International Music Competitions | Didier Schnorhk (Präsident)

On behalf of the World Federation of International Music Competitions, it is my great pleasure to welcome both participants and audience of the 3rd Schubert International Lied-Duo Competition in Dortmund.
We all know how essential it is for young musicians worldwide to be able to compare themselves with their peers, with the members of the jury and with their audience: only then can they truly begin the international career to which they aspire, garnered with medals and recognition.
But excellence is not only a matter of virtuosity, as we know. Today, the musical world is looking for complete artists, both virtuosos and engaged, outgoing yet profound. A competition such the Schubert Lied-Duo, with its genuine program and original format, allows young artists to show the audience and Jurors how well they master not only their instrument but the music itself, to express their personality and demonstrate their talent. They will come out of it stronger, whatev

er the result of the competition.

We wish immense success to this year’s International Schubert Lied-Duo Competition and enjoyment for all the young participants as well as the audience members, who will have the chance to discover the talents of tomorrow first-hand.

Best wishes for the this 3rd edition,

Grußwort der künstlerischen Leiterin Ingeborg Danz und des Vorsitzenden Stefan Heucke

Der Internationale Schubert-Wettbewerb blickt inzwischen auf eine 31-jährige Tradition zurück. Dieses Jahr ist er zum dritten Mal der Sparte LiedDuo gewidmet, die 2009 von Irwin Gage gegründet wurde. Irwin Gage ist 2018 verstorben und wir bemühen uns, seinem großen Erbe gerecht zu werden und den Wettbewerb in seinem Sinne und dennoch mit neuen Impulsen fortzusetzen.
Die Bedeutung des Schubert-Wettbewerbs in der Landschaft internationaler Wettbewerbe ist heute noch genau so aktuell wie zur Zeit seiner Gründung: Weiterhin ist das Schubert-Repertoire in den Wettbewerbs- und Hochschulprogrammen weniger präsent als es seinem künstlerischen Wert entspricht, weil es sich weniger zum “Brillieren und Triumphieren” eignet und die Blickrichtung mehr nach innen lenkt.

Aber gerade diese Besinnung auf “innere Werte” hat für viele junge Musiker, wie auch für das Publikum des Wettbewerbs, eine Bereicherung und Horizonterweiterung gebracht, die ohne diesen Wettbewerb nicht möglich gewesen wäre. So können wir mit Freude und Stolz auf die großen Karrieren blicken, die unsere bisherigen Preisträger im Wettbewerbs- und Konzertleben erreicht haben, und laden wieder die junge Sänger- und Pianistenelite ein, sich dem großen Ausdrucksspektrum zu stellen, das Schuberts Lieder einfordern.

Perfekte Stimmbeherrschung des Sängers ist ebenso bedeutsam wie makellose Technik des Pianisten. Das aber sind die Voraussetzungen, auf denen die Gestaltung von Schuberts so unendlich tiefgründiger, oberflächlich dabei oft so einfach erscheinender Musik überhaupt nur möglich ist. Hinzu müssen expressive Kraft, intellektuelle und emotionale Durchdringung kommen, die die komplexe Dramaturgie von Schuberts Musik erlebbar machen.

Zu Schubert gesellt sich in diesem Jahr – nach Schönberg, Hindemith und Pfitzner in den vergangenen Wettbewerben – Hugo Wolf. Seine Liedkunst fordert noch weitere Aspekte interpretatorischen Könnens, was an den teils eminent schwierigen Klavierparts ebenso liegt, wie an der zum Teil opernhaften Dimension der Gesangsstimme. Mit den beiden Komponisten Schubert und Wolf wird von den jungen Künstlern in der Tat die ganze Bandbreite musikalischer Fähigkeiten verlangt.

Wir möchten allen, die den Schubert-Wettbewerb unterstützen, herzlich danken, den Sponsoren und Stiftungen des Ruhrgebiets und Westfalens, sowie zahlreichen privaten Spendern und den gastgebenden Familien. Wir sind sicher, dass wir auch in diesem Wettbewerb belohnt werden durch neue Entdeckungen im Bereich der Schubertschen Gedankenwelt, einer der reichsten und tiefsten der Musikgeschichte.