Der Wettbewerb

Der Internationale Schubert-Wettbewerb Dortmund besteht seit 30 Jahren.

Er wird in den Kategorien Klavier und LiedDuo ausgetragen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Künstler der internationalen Spitzenklasse bei ihrem Karriere-Einstieg zu fördern, zugleich Teilnehmer und Publikum in einer sonst nirgends auf der Welt zu findenden Intensität in die Gedankenwelt von Schuberts Musik einzuführen.

Er ist damit ein großes Schubert-Musikfestival für Teilnehmer und Publikum, das in seiner Art weltweit einmalig ist.
Mit seiner Öffnung über Dortmund hinaus finden auch Events und Veranstaltungen des Wettbewerbs im vom Bergbau geprägten Ruhrgebiet und auch im westfälischen Umland statt – wie das 2017 erstmals veranstaltete Internationale Schubert-Fest Dortmund auf der Kokerei Hansa unter dem Motto “Klassik trifft Kokerei”. Den regionalen Identifikationsgedanken weitertragend stehen auch ungewöhnliche Spielstädten im Fokus, welche die besondere Bergbau-Geschichte dieser Region spiegeln. So sind ehemalige Schachtanlagen, Waschkauen oder Spielorte unter Tage für Folgekonzerte ebenso angedacht wie weitere ungewöhnliche Spielorte in Südwestfalen. Damit gelingt es, ein Kulturereignis von Weltrang im Ruhrgebiet weiter zu verankern und für das Publikum zugänglich machen, zugleich den Namen des Ruhrgebietes als Kulturregion in der Musikwelt bekannter machen.

Was macht das Besondere des Schubert-Wettbewerbs Dortmund aus?
Jeder Wettbewerb sucht und würdigt den großen Virtuosen, den brillanten Tastenakrobaten,die grandiose und klangschöne Stimme, den Publikumsmagneten. Dies aber zu kombinieren mit den für einen großen Künstler ebenso wichtigen Fähigkeiten zur poetischen Versenkung, zur differenzierten Darstellung komplexer seelisch-musikalischer Vorgänge wurde lange vor der Existenz des Schubert-Wettbewerbs als notwendig angesehen, aber erst durch den Schubert-Wettbewerb in idealer Weise möglich gemacht. Zwei Faktoren waren hierfür ausschlaggebend:
In der Musikwelt wird allgemein anerkannt, dass der Schubert-Wettbewerb diese wichtige kulturpolitische Aufgabe erfüllt, indem er junge Musiker an ein Repertoire heranführt, das sie in ihrer künstlerische Bandbreite entscheidend bereichert und erweitert, obwohl es in der Hochschulausbildung und im übrigen Wettbewerbsleben immer noch oft vernachlässigt wird.

Die Erfahrung zeigt, dass die Musiker diesem Repertoire ein Leben lang treu bleiben und damit das Musikleben und ihre eigene Künstlerpersönlichkeit bereichern. So gelang mehreren Preisträgern im Anschluss an den Dortmunder Wettbewerb der Durchbruch zur glänzenden internationalen Karriere, obwohl oder gerade weil sie einen Großteil ihrer Bemühungen der eher introvertierten Kunst Schuberts gewidmet haben.

Zugleich bietet der Schubert-Wettbewerb auch dem Publikum ein wahres Schubert-Festival.
Nur in der Solofinalrunde des Schubert-Klavierwettbewerbs gibt es die Gelegenheit, die 6 großen späten Schubert-Sonaten, jede 40 Minuten Spieldauer, dargeboten von den besten Nachwuchskünstlern einen ganzen Tag lang zu hören und so in eine der reichsten und tiefgründigsten Tonsprachen der Musikgeschichte einzudringen, wie es sonst kaum je in der Welt möglich ist, weil außer dem Schubert-Wettbewerb niemand sonst sich die Zeit hierfür nimmt. Dies wurde immer wieder von Juroren und Publikum betont. Der Reiz dieses unvergleichlichen Konzertprogramms wird für das Publikum noch erhöht durch die Spannung des Wettbewerbs (Wer wird gewinnen?).

Dennoch steht beim Schubert-Wettbewerb nicht die instrumentale Brillanz im Vordergrund, sondern die humane Aussage dieser unvergleichlichen Musik. Sie wirkt auch zurück auf die Ausrichtung des Wettbewerbs. Durchgängig wurde von Teilnehmern und Juroren die humane Atmosphäre bei höchstem künstlerischen Anspruch gelobt.